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Kodierung Intoxikation mit Benzodiazepinen in suizidaler Absicht

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    • Kodierung Intoxikation mit Benzodiazepinen in suizidaler Absicht

      Schlüsselwörter: Medikamentenintoxikation, Benzodiazepine, Suizidversuch, Kodierung Intoxikation, Kodierung Innere Medizin

      Fallbeschreibung

      Aufnahme des Patienten bei Intoxikation mit Benzodiazepinen und fraglich anderen Substanzen in suizidaler Absicht. Pat somnolent, reagiert auf Ansprache, kurzatmig. Zur Zeit, Ort und Person orientiert,tachykard (HF 121 bpm), normoton, SaO 2 92% unter 4 L O2 über NB.

      Fall-Dokumentation

      Die Aufnahme erfolgte bei Intoxikation mit Bromazanil auf die IMC-Station. Bei Aufnahme war der Patient teilweise somnolent und tachykard, aber auf Ansprache war sie wach und zur Zeit, Ort und Person orientiert. Ein EKG wurde zum Ausschluss von HRTS sowie AV-Blockierungen geschrieben. Dieses zeigte keine Veränderung im vergleich zum Vor-EKG, so dass keine Intervention nötig war. Bei Tachypnoe und RGs beidseits erfolgte im Verlauf ein Rö-Thorax, in dem durchgeführten Rö-Thorax wurde eine Peribronchitis beschrieben. Im Verlauf verschlechterte sich die respiratorische Situation( initial BGA verändert im Sinne einer Partialinsuffizienz) , d.h. es entwickelte sich auch einer Hyperkapnie. Laborchemisch zeigte sich die Entzündungsparameter erhöht (CRP 2,55 mg/dl) so dass eine kalkulierte Antibiotikatherapie mittels Unacid 3 g initiiert wurde. Darunter sowie Behandlung mit antiobstruktiver Medikation sowie Cortison deutliche Besserung der pulmonalen Symptomatik und der BGA. Ein psychiatrisches Konsil ergab folgende Diagnose: paranoide Schizophrenie, frühere Benzodiazepinabhängigkeit.

      Kodierempfehlung

      Hauptdiagnose:
      • R40.0 Somnolenz
      Nebendiagnosen:
      • T42.4 Vergiftung: Benzodiazepine
      • R00.0 Tachykardie, nicht näher bezeichnet
      • F20.0 Paranoide Schizophrenie
      • J96.01 Akute respiratorische Insuffizienz, anderenorts nicht klassifiziert: Typ II [hyperkapnisch]
      • J20.9 Akute Bronchitis, nicht näher bezeichnet
      OPS-Prozeduren:
      • 8-930 Monitoring von Atmung, Herz und Kreislauf ohne Messung des Pulmonalarteriendruckes und des zentralen Venendruckes

      DRG-Hinweise:

      • DKR 1916k Erfolgt die stationäre Aufnahme wegen einer mit der Vergiftung in Zusammenhang stehenden Manifestation (z.b Koma) ist der Kode für die Manifestation als Hauptdiagnose (entsprechend der DKR D002 Hauptdiagnose) anzugeben. Die Kodes für die Vergiftung durch die beteiligten Wirkstoffe (Medikamente, Drogen) sind als Nebendiagnose anzugeben.
      • Die T42.2 ist nur bei nicht indikationsgerechter Einnahme der Substanz zu verwenden. Zusätzlich ist mindestens ein Kode für eine signifikante Manifestation anzugeben (in dem Fall die Somnolenz).
      • Bei Vergiftungen ohne Manifestation ist als Hauptdiagnose entsprechend DKR D002 ein Kode aus den Kategorien T36–T50 Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen und T51–T65 Toxische Wirkung von vorwiegend nicht medizinisch verwendeten Substanzen anzugeben.
      • Die Absicht einer Selbsttötung (X84.9!) ist nicht zu kodieren.
      • Alle Monitoring-Kodes sind nicht für die postoperative Überwachung, sondern nur für intensivmedizinische Patienten zuverwenden. (siehe DIMDI FAQ 8005)
      • Zur Hyperkapnie Laborwerte prüfen (pCO2 >45 mmHg)

    Artikelübersicht

    1. Fallbeschreibung
    2. Fall-Dokumentation
    3. Kodierempfehlung
    4. DRG-Hinweise: