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Kodierung einer BIMAX-OP, bimaxilläre Umstellungsosteotomie

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    • Kodierung einer BIMAX-OP, bimaxilläre Umstellungsosteotomie

      Schlüsselwörter: BIMAX-OP, bimaxilläre Umstellungsosteotomie, K07.1, 5-776.4, D04Z

      Fragestellung:

      Wie kodiere ich eine bimaxilläre Umstellungsosteotomie? Folgende präoperative Diagnosen sind vorhanden: Diagnosen: CMD bei max. Retrognathie mit vertikalem Exzess, mandd. Retrognathie, Sinusitis bds, Kinnhypoplasie, Z.n. GNE.

      OP-Bericht (Auszüge):

      [...] Es werden transgingival 7 Titanschrauben in OK und UK gesetzt, als Vorbereitung für die skelettale IMF (Quick Fix) [...] sodann Schnitt mit dem Skalpell in der Umschlagsfalte von regio 15 bis 25, Abschieben der durch die Vorop. vernarbten Weichteile bis zu den Infraorbitalnerven, in die Fissura pterygopalatina bds. sowie in die Apertura piriformis hinein. In kontrollierter arterieller Hypotension (RR < 80 mm Hg) wird nun mit der oszillierenden Säge eine modifizierte Le-Fort-I-Osteotomie durchgeführt. Absetzen des OK vom Keilbein in der Fissura pterygopalatina bds. mit dem gebogenen Obwegeser-Meißel, sowie Osteotomie des nasalen Septums mit dem Septummeißel. Es folgt die down fracture und Mobilisation des OK mit den Rowe`schen Rüttelzangen. [...]
      Entsprechend der geplanten Impaktation des OK nun Entfernung der dorsalen, lateralen und facialen Kieferhöhlenwand sowie der seitl. Nasenwand, teils mit der oszillierenden Säge, teils mit grazilen Knochenstanzen. [...]
      Die Präparation gelingt dennoch unter Erhaltung beider Palatinalgefäße. Es wird nun das Nasenseptum eingekürzt und begradigt, die Spina nasalis reduziert und der im Sinne einer Choanalstenose stark eingeengte Nasenboden mit großen Rosenbohrern erweitert und zum Ausgleich der geplanten Impaktation tiefer gelegt. Die hyperplastischen Conchae bds. werden kaudal reseziert (siehe Patho-Befund) und die darüber befindliche Schleimhaut schichtweise verschlossen. [...]

      Nach Blutstillung und reichlich Spülung erfolgt nun Einsetzen des 1. operativen Splints, der mittels transgingival eingebrachter Titanschrauben in Ober- und Unterkiefer intermaxillär fixiert wird unter Schonung der Brackets. Anlegen des Gesichtsbogens und dreidimensionale Positionierung des OK über Gesichtsbogen und Glabellastütze. Hypomochlien im Bereich der Crista zygomaticoalveolaris bds. werden nun mit der oszillierenden Säge entfernt, bevor die Titanminiplatten angepasst und entsprechend fixiert werden. [...] Es wird nun die intermaxilläre Verdrahtung geöffnet und ein müheloses Gleiten des UK in den Splint festgestellt. Daraufhin erfolgt über ein angelegtes Bohrloch kaudal der Spina nasalis anterior die Fixation des zuvor begradigten Nasenseptums an der eingekürzten Spina. Die Nasenflügel werden sodann mit Vicryl 2/0-Fäden an die Spina nasalis herangezogen, um den Abstand der Nasenflügel zu verkleinern.
      Um den großen knöchernen Spalt zu überbrücken, wird Sulmycin Impl. bds. aufgelagert und eingepasst. [...]

      Spülung des Wundgebietes und schichtweiser Wundverschluss mit Vestibulumplastik – bei Z.n. Vorop., wobei die Nasenflügel gleichfalls an der Spina nasalis zur Verkleinerung der Nasenbasis fixiert werden. Die Lippe wird zur Volumenauffüllung nach anterior vorgenäht.
      Es folgt die Infiltration von Xylonest 1%ig (6x3 ml) mit Epinephrinzusatz von der Molarenregion des UK bis zum aufsteigenden Ast bds., Schnitt mit dem Skalpell entlang der Linea obliqua, Abheben der Weichteile, Ablösen des Masseter-Ansatzes am Kieferwinkel, Identifikation der Lingula, Einsetzen des inneren Progeniehakens. Es folgt die supraforaminäre Osteotomie nach Schlössmann, modifiziert zur Nervschonung, wobei die Osteotomie aufgrund des bikonkaven Verlaufs des aufsteigenden Astes außerordentlich behutsam durchgeführt werden muss, um ein „bad split“ zu vermeiden.. Vor dem definitiven schrägen Splitting erfolgt die Anbringung von individuell gestalteten Kiefergelenks-Positionierungsplatten zum Jochbein unter Verwendung des präoperativ angefertigten Kiefergelenk-Splints beidseits. Diese Platten werden nun entfernt und das schräge Splitting vollendet. Dennoch gelingt die Mobilisation des zahntragenden UK ohne „mal fracture“ unter Schonung des Nervus alveolaris inferior beidseits, der aufgrund der ausgeprägten Kieferverlagerung entsprechend zeitaufwendig freigelegt und mobilisiert werden muss, um einer Sensibilitätsstörung der Unterlippe vorzubeugen.
      Der UK wird nun in den Zielsplint geführt und die gelenktragenden Segmente über die angepassten Platten zum Jochbein positioniert, bevor die distanzerhaltenden 3D-Gitterplatten mittels monocortikal gefasster Platten stabilisiert werden können. Es findet der Fritzemeier-Winkelbohrer Einsatz, um einen transbuccalen Zugang zu vermeiden. [...] Die Positionierungsplatten werden sodann entfernt, die intermaxilläre Verdrahtung gelöst und das mühelose Gleiten des UK in den Splint sicher gestellt. Die freipräparierte Muskelschlinge wird zur Rezidivprophylaxe am Kieferrand versetzt. Der Musculus Masseter wird nun zur Rezidivprophylaxe versetzt, ebenso der Temporalisansatz. Es folgt nun reichlich Braunolspülung und schichtweiser Wundverschluss mit Vestibulumplastik, wobei bds. Redon-Saugdrainagen nach transoral ausgeleitet werden. Der definitive Op.-Splint wird anschließend mit lockeren Gummizügen eingesetzt.

      Kodiervorschlag:


      ICD Diagnosen:OPS-Prozeduren:
      K07.1 Anomalien des Kiefer-Schädelbasis-Verhältnisses5-776.4 Osteotomie zur Verlagerung des Untergesichtes, mit Kontinuitätsdurchtrennung am aufsteigenden Maindibulaast.
      J32.8 Sonstige chronische Sinusitis5-777.30 Osteotomie zur Verlagerung des Mittelgesichtes, in der Le Fort-I Ebene in einem Stück, ohne Distraktion
      5-214.x Submuköse Resektion und plastische Rekonstruktion des Nasenseptums: Sonstige

      DRG
      D04Z Bignathe Osteotomie und komplexe Eingriffe am Kiefer oder Rekonstruktion der Trachea oder plastische Rekonstruktion der Ohrmuschel mit mikrovaskulärem Lappen



      Dokumentationshinweise:

      • in erster Linie ist der OP-Bericht ausschlaggebend für die korrekte OPS-Kodierung
      • sehr häufig junge Patienten ohne Begleiterkrankungen. Kaum Nebendiagnosen-Potential.
      • bei BIMAX-OP können zusätzliche Eingriffe erfolgen, wie z.b die Kinnplastik. (i.R nicht erlösrelevant, aber zu kodieren)
      • in einigen Häusern werden die Patienten postoperativ auf INTENSIV/IMC überwacht.
      • Postoperativ häufig mit HiloTherm versorgt zur Schmerz- und Schwellungs-Linderung.

      MDK-Hinweise

      • Prä-OP Tage, Aufnahme und OP sollte am 1. Tag statt finden.
      • Post-OP Tage vollständig dokumentieren, häufig noch große Schmerzen mit i.v Analgesie, Hilotherm, weitere Kühlmassnahmen.

    Artikelübersicht

    1. Fragestellung:
    2. OP-Bericht (Auszüge):
    3. Kodiervorschlag:
    4. Dokumentationshinweise:
    5. MDK-Hinweise