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Kodierung Thorakale Disektomie bei thorakalen Bandscheibenvorfall

    • DRG

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    • Auszug OP-Bericht

      In rechter Seitenlage wird mit dem intraoperativen CT die zu operierende Etage gezählt und mit einer Nadel markiert. Anlegen mehrerer ca. 2cm langer Hauschnitte über der 8., 9. und 11. Rippe an der vorderen Axillarlinie verlaufend. Aufspreizen der Wunde, Koagulation kleiner subkutan blutender Gefäße und stumpfe Abpräparation der Intercostalmuskeln und Eingehen in den 10. ICR am Oberrand der 11. Rippe in den linken Brustkorb (die Lunge war zuvor nicht mehr beatmet). Eingehen mit einem 12mm dicken Trokar und danach wird mit der Endoskopiekamera über den 10. ICR in die linke Thoraxhälfte eingegangen. Einsetzen des selbsthaltenden Retraktor der über der 8. Rippe eingeführt wird und die Lunge von der Wirbelsäule weghält und schützt.
      Im Anschluss daran wird die Etage BWK 11/12 röntgenologisch bestätigt. Nach Duchtrennung des Sympathicusstranges über dem Rippenkopf erfolgt die gesonderte Entnahme eines ca. 3cm langen Knochenspans aus der 11. Rippe. Anschließend erfolgt die Resketion des Rippenkopfes und partiellen Vertebrektomie der Hinterkanten TH11 und TH12 mit der Ultraschallsäge (Misonix) bis zur Darstellung des Spinalkanals. Darstellung der Dura, die durch einen knöchern, engen Spinalkanal und einen teils verkalkten Bandscheibenvorfall deutlich nach medial verlagert ist. Stückweises Abtragen der verkalkten BS-Anteile aus dem Spinalkanal. Hier kommt es gelegentlich zu Blutungen aus dem epiduralen Plexus, die mit der bipolaren Pinzette gestillt werden. Die Dura ist frei und pulsiert.
      Anschließend wird die degenerativ veränderte Bandscheibe aus dem Zwischenwirbelraum TH11/12 großzügig ausgeräumt. Der BS-Raum ist durch Spondylophyten partiell fixiert, die abgetragen werden. Sektion vom vorderen Längsband und nach Eingehen in den BS-Raum mit Dilatatoren wird dieser auf 5mm aufgespreizt, so dass weiteres degenerativ verändertes Gewebe mit Kürette, Fasszange und Stanzen entfernt werden.
      Eine deutliche Beweglichkeit ist erkennbar (ventrales Release), so dass jetzt der vorbereitete Knochenspan eingebracht werden kann. Das entnommene Rippenstück wird geformt und auf ein viereckiges Format zurechtgeschnitten und in den ventralen Defekt plaziert. Außerdem erfolgt das Einbringen von Knochen weiter ventral in den BS-Raum.
      Die Inspektion zeigt keine weiteren Einengungen im Spinalkanal in Höhe TH 11/12. Einbringen einer Fettlappenplastik epidural die aus dem subkutanen Gewebe entnommen wird. Abdecken der operierten Etage mit Kollagenvlies.
      Die postoperative CT-Kontrolle zeigt die regelrechte Lage der Implantate sowie die Dekompression des Myelons.

      Zusammenfassung

      Thorakoskopisch links, Rippenkopf TH12 entfernt, partielle Vertebrektomie TH11 und TH12 mit Erweiterung des Foramens.
      Knöcherne Enge und Bandscheibenvorfall stückweise aus Foramen und Spinalkanal entfernt. Dura frei und pulsiert.
      Nach Ausräumung der Bandscheibe konnte der zvor entnommene Rippenkopf modelliert und in den Bandscheibenraum impaktiert werden. Der restliche Eigenknochen wurde zur Rekonstruktion der Defekthöhle verwendet. Postoperative CT-Kontrolle ergab vollständige Dekompression und regelrechte Rekonstruktion.

      Kodierempfehlung

      Hauptdiagnose
      • M51.2 Sonstige näher bezeichnete Bandscheibenverlagerung
      Nebendiagnose
      • M48.04 Spinal(Kanal)Stenose: Thorakalbereich
      • M47.14 Sosntige Spondylose mit Myelopathie: Thorakalbereich
      • G99.2 Myelopathie bei andernorts klassifizierten Krankheiten
      • M53.24 Instabilität der Wirbelsäule: Thorakalbereich
      Prozeduren
      • 5-031.5 Zugang zur Brustwirbelsäule: BWS, transpleural
      • 5-832.1 Exzision von erkranktem Knochen- und Gelenkgewebe der Wirbelsäule: Wirbelkörper, partiell
      • 5-839.60 Andere Operationen an der Wirbelsäule: Knöcherne Dekompression des Spinalkanals: 1 Segment
      • 5-837.5 Wirbelkörperersatz und komplexe Rekonstruktion der Wirbelsäule: Dorsale Korrektur mit ventralem Release
      • 5-836.50 Spondylodese: Ventral: 1 Segment
      • 5-835.9 Knochenersatz an der Wirbelsäule: Transplantation von Spongiosa(spänen) oder kortikospongiösen Spänen (autogen)
      • 5-837.1 Wirbelkörperersatz und komplexe Rekonstruktion der Wirbelsäule: Vorderer Abstützspan ohne Korrektur
    • Kodierung Thorakale Disektomie bei thorakalen Bandscheibenvorfall

      Schlüsselwörter: Disektomie, thorakaler Bandscheibenvorfall, transpleuraler Zugang,

      Fallbeschreibung

      MRT der BWS zeigt Osteochondrose und Protrusion TH7/8 lateral links, Protrusion TH8/9 mediolateral rechts, breitbasige Protrusion TH10/11, mediolateral links gelegener BSV TH11/12. Eine Myelo CT zeigt links einen lateralen, teils verkalkten BSV Th11/12. Aus neurochirurgischer Sicht ist anhand der klinischen und radiologischen Befunde eine Indikation zur operativen Dekompression und Stabilisierung gegeben.

    Artikelübersicht

    1. Auszug OP-Bericht
    2. Zusammenfassung
    3. Kodierempfehlung
    4. Fallbeschreibung